Shopware 6 Migration: Der vollständige Leitfaden für 2026

Shopware 5 läuft Ende 2024 aus dem Support — höchste Zeit für die Migration. Was Sie planen, einkalkulieren und vermeiden sollten.

Shopware 5 ist ein Auslaufmodell. Der offizielle Support endet im Juli 2024, und auch wenn viele Shops noch laufen — wer 2026 noch keinen klaren Migrationsplan hat, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen, Plugins nicht mehr gepflegt, neue Features bleiben aus.

In diesem Artikel zeige ich, was eine Migration von Shopware 5 nach Shopware 6 wirklich bedeutet, wo die größten Stolperfallen liegen und wie Sie das Projekt realistisch planen.

Warum Shopware 6 — und warum jetzt?

Shopware 6 ist eine vollständige Neuentwicklung. Die Plattform basiert auf Symfony und Vue.js, nutzt eine API-First-Architektur und bringt zentrale Verbesserungen mit:

  • Performance: Spürbar schneller im Frontend, bessere Caching-Strategien
  • API-First: Headless-Setups sind nativ vorgesehen, nicht nachträglich gebaut
  • Rule Builder: Komplexe Geschäftsregeln ohne Custom-Code
  • Storefront-Flexibilität: Neue Themes via Twig + SCSS, oder komplett headless
  • Erweiterbarkeit: Klarere Plugin-Architektur, eigene App-Strukturen

Die größten Missverständnisse

„Wir migrieren einfach." — Nein. Shopware 5 und Shopware 6 sind technisch zwei verschiedene Plattformen. Es gibt keinen einfachen Update-Knopf. Die Migration ist faktisch ein Replatforming-Projekt: neuer Shop aufbauen, Daten überführen, Theme neu denken, Plugins neu evaluieren.

„Unsere Plugins laufen schon weiter." — Etwa 30-50% der SW5-Plugins haben kein direktes SW6-Pendant, oder das Pendant ist in einer ganz anderen Logik aufgebaut. Eine ehrliche Plugin-Bestandsaufnahme ist Pflicht.

„Das Theme können wir übernehmen." — Theme-Code aus SW5 (Smarty, Less) ist in SW6 (Twig, SCSS) nicht weiterverwendbar. Erfahrungsgemäß lohnt es sich, im Zuge der Migration auch Storefront-Schwächen zu beheben.

Realistischer Projektablauf

  1. Bestandsaufnahme (1-2 Wochen): Plugins, Themes, individuelle Anpassungen, Schnittstellen, SEO-relevante URLs, redaktionelle Inhalte.
  2. Konzeption (1-2 Wochen): Welche Plugins werden ersetzt, welche neu gebaut? Theme neu oder angepasst? Welche ERP/PIM-Integrationen müssen mitziehen?
  3. Aufbau Shopware 6 Stage (3-6 Wochen): Neue Instanz, Theme-Grundgerüst, Plugin-Setup, Datenmigration als Trockenlauf.
  4. Anpassungen & Custom-Plugins (4-12 Wochen): Hier liegt die meiste Arbeit. Eigene Logik portieren, Schnittstellen anbinden.
  5. Testing & SEO-Mapping (2-4 Wochen): URL-Redirects, Performance-Checks, Bestell- und Zahlungsflüsse, Steuern, Versand.
  6. Go-Live & Stabilisierung (1-2 Wochen): Kontrollierter Schwenk, Monitoring, Quick-Fixes.

Realistische Gesamtdauer für mittelgroße Shops: 3 bis 6 Monate. Bei B2B-Setups mit komplexer Preisfindung, ERP-Integration und individuellen Workflows können auch 8-12 Monate zusammenkommen.

Die häufigsten Fallstricke

  • SEO-Verlust durch fehlende URL-Redirects: Alle alten Produkt- und Kategorie-URLs müssen 1:1 auf die neuen Endpunkte umgeleitet werden.
  • Datenqualität: Inkonsistente Stammdaten in SW5 werden in SW6 sichtbar. Vorher aufräumen spart später viel Zeit.
  • Plugin-Lock-In: Manche kostenpflichtigen Plugins haben in SW6 ein anderes Lizenzmodell oder fehlen ganz.
  • B2B-Logik: Wer mit komplexen Kundenstrukturen arbeitet, sollte die B2B-Suite oder Custom-Implementierung früh evaluieren.
  • Performance-Regressionen: Ohne Tuning ist SW6 nicht automatisch schneller. Caching, OPcache, Redis und Image-Pipeline müssen sitzen.

Wann sich der Aufwand lohnt

Wenn Sie ohnehin größere Anpassungen am Shop planen, ist 2026 der richtige Moment. Auch bei B2B-Setups, schwacher Performance oder steigenden Anforderungen (mehrsprachig, Multi-Channel, Headless) ist der Wechsel die solidere Investition als ein weiteres Pflaster auf SW5.

Wer einen kleinen, stabilen B2C-Shop ohne Wachstumsambitionen betreibt, kann unter Umständen warten — sollte aber spätestens jetzt einen klaren Plan-B in der Schublade haben.

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